Häufige Fragen zur Taxipreisberechnung

Der 2009 gegründete Online-Vermittlungsdienst Uber gehört mittlerweile zu den umstrittensten Unternehmen weltweit. Juristisch teilweise in einer Grauzone agierend, offeriert Uber seinen Nutzern einen Limousinen-Service (Uber Black), die Vermittlung von regulären Taxis (Uber Taxi) und einen taxiähnlichen Dienst (normale Mitfahrzentrale) mit privaten Fahrern (Uber Pop). Die Markteinführung in Deutschland im Jahr 2013 wurde von anhaltender Rechtsstreitigkeiten begleitet. Vor allem Taxiunternehmen sehen in Uber eine ernstzunehmende Konkurrenz, die zahlreiche Existenzen bedroht.

Die Taxibranche hat in den vergangenen Jahren eine deutliche Modernisierung erfahren. Dank Smartphone-Technologie erspart man sich den minutenlangen Anruf in der Taxizentrale beziehungsweise das Warten am Straßenrand. Mittels unterschiedlicher Apps mit Funktionen wie bargeldlosem Bezahlen und Live-Anfahrt können Taxis bequem zu jeder Zeit und an jedem Ort bestellt werden. Zusätzliche Informationen zum Fahrer, die von anderen Kunden mit Bewertungen versehen werden, ermöglichen eine sichere und qualitativ hochwertige Fahrt mit einem Taxiunternehmen. Angesichts der auf den ersten Blick hohen Margen haben sich Konkurrenzunternehmen wie Wundercar oder Uber auf dem deutschen Markt etabliert, die sich auf unterschiedliche Art und Weise vom klassischen Taxi bewusst absetzen wollen.

Unterschiede zwischen konventionellen Taxis und Uber

Die Unterschiede zwischen einem klassischen Taxi und dem Online-Vermittlungsdienst Uber begründen sich in erster Linie durch den Preis und die gesetzlichen Sicherheitsvorschriften. Bei der Bestellung haben konventionelle Taxis deutlich aufgeholt. Wie bereits erwähnt, kann man dank moderner Apps problemlos online oder mobil alle Bestellungen abwickeln. Im Gegensatz zu Uber bleiben aber noch die klassischen Optionen wie der Anruf, der Taxistand und das spontane Anhalten eines Taxis.

Der Preis scheint letztendlich der ausschlaggebende Faktor zugunsten von Uber zu sein. Laut einem Test des Onlineportals finanztip.de, das die Preise zwischen Uber und Taxis in München, Hamburg und Berlin untersucht hat, ist der Online-Vermittlungsdienst stets die günstigere Alternative. Auf den drei ausgewählten Strecken in München, Frankfurt und Berlin fielen in der Summe geringere Fahrkosten an, allerdings muss man die Zuschläge, die zu Stoßzeiten erhoben werden, stets im Auge behalten. Zudem kommt das Portal zu dem Fazit, dass Taxis auf weiten Strecken ohne Stau nur geringfügig teurer sind. In den Städten Berlin und Hamburg, in denen Uber sich als klassische Mitfahrzentrale definiert und einen Kilometerpreis von 35 Cent offeriert, ist das Unternehmen preislich nicht zu schlagen.

Unterschiede gibt es auch bei der Sicherheit zu beobachten. Taxiunternehmen müssen deutlich mehr Anforderungen erfüllen, um Fahrgäste transportieren zu können. Für beide gilt die Kontrolle der Punkte in Flensburg sowie Prüfung auf Vorstrafen. Für Uber-Fahrer entfällt jedoch Gesundheitsprüfung, Ortskundeprüfung, Beförderungspflicht und die Versicherungspflicht. Insbesondere der letzte Punkt birgt unkalkulierbare Risiken. Im Schadensfall ist mehr als fraglich, ob eine Versicherung des Fahrzeugführers entstandene Schäden regulieren wird. Im Normalfall wird die gewerbliche Personenbeförderung nicht von einer bestehende Police abgedeckt so dass die Kosten anderweitig getragen werden müssen. Ob alle notwendigen Mittel zur Schadensbegleichung von Uber oder dem jeweiligen Fahrer eingefordert werden, und wenn ja von ihm auch getragen werden können ist mehr als unsicher. Präzedenzfälle hierzu stehen aktuell noch aus.

TaxiUber
Beförderungspflicht Ermessenssache des Fahrers
Versicherungspflicht Versicherung unklar
Preissicherheit Preisschwankungen
Amtlich festgelegte Taxitarife Teilweise günstiger
Bundesweit verfügbar Lokal eingeschränkt verfügbar

Aktuelle rechtliche Situation in Deutschland

Der Rechtsreit mit den Taxiunternehmen in Deutschland begleitet Uber fast das gesamte Jahr 2014 über. Auf der Basis des Personenbeförderungsgesetz (PBefG) sehen zahlreiche Taxiunternehmer und Juristen bei Uber-Fahrern ohne Taxikonzession und Mietwagenerlaubnis einen deutlichen Wettbewerbsverstoß. Eine daraufhin erwirkte einstweilige Verfügung eines Berliner Taxiunternehmens wurde aufgrund möglicher Schadensersatzansprüche seitens Uber nicht angewandt.

Im Juli 2014 hat die Hamburger Verkehrsbehörde Uber in der Hansestadt verboten. Eine Untersagungsverfügung am 24. September 2014 durch das Hamburger Oberverwaltungsgericht unterstützte das Vorgehen der Behörde mit der Androhung einer Strafe in Höhe von 1.000 Euro pro Verstoß. Das Land Berlin folgte dem Beispiel der Hamburger Verkehrsbehörde und untersagte die Nutzung von UberPop und UberBlack in der Hauptstadt. Auch hier erfolgte die Bestätigung durch das Verwaltungsgericht am 26. September 2014.

Eine bundesweite einstweilige Verfügung, die am 25. August 2014 durch das Landgericht Frankfurt ergangen ist, wurde am 16. September 2014 wieder aufgehoben. Die Verfügung sei war rechtens gewesen, aber die vermutete Dringlichkeit ist widerlegt worden. (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/taxi-konkurrent-uber-darf-wieder-fahren-1.2132040) Eine entsprechende Berufung durch Taxi Deutschland ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht verhandelt worden.

Als Reaktion auf die Verbote in Hamburg und Berlin hat Uber den Fahrkostenpreis in diesen Städten auf 35 Cent je Kilometer gesenkt. Dadurch umgeht man die Notwendigkeit einer Konzession nach dem Personenbeförderungsgesetz und bietet lediglich den Dienst einer normalen Mitfahrzentrale an.

Internationalisierung von Uber

Inzwischen ist Uber in 46 Ländern weltweit aktiv. In europäischen Großstädten wie London und Paris ist der Online-Vermittlungsdienst aber ebenso umstritten wie hierzulande. So ist es in diesem Zusammenhang schon zu Übergriffen und Blockaden von Uber-Fahrer gekommen. Dennoch setzt das Unternehmen seine offensive Expansionspolitik weiter fort. Märkte in Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Afrika besitzen ein großes Wachstumspotenzial und eine schlechte Infrastruktur. Auch der Ausbau der Geschäftsfelder durch Mitfahrgelegenheiten, Taxi-Vermittlung, Warentransport, Mahlzeitenauslieferungen und Mietwagen versprechen Uber eine durchaus ansprechende Zukunft, die das Unternehmen auch für Investoren lukrativ erscheinen lassen.

Die Rechtsstreitigkeiten in vielen Ländern geht Uber gelassen an. Die vielseitigen Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass sich der Online-Vermittlungsdienst bislang nur aus Vancouver (Kanada) vollständig zurückziehen musste.